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Kellys Ford near Rappahanock April 1863 (2013)

Kellys Ford near Rappahanock25.-28. April 1863

Mein lieber Bruder Johannes,

Ich hoffe deine Gensung schreitet im Lazarett zügig voran und wenn du Glück hast, so brauchst du gar nicht mehr wiederkommen, da wir bis dahin die Confeds besiegt haben. Ich hielt es nur für angemessen, dir zu berichten, was sich in den letzen Tagen ereignet hat. Unsere Brigade wurde vor fast zwei Wochen nach dem rappahanock hin gesandt, um die Furt zu bewachen so dass Gen. Hooker mit dem Rest der Armee den Konföderierten ind die Flanke fallen kann. Während der Rest der Brigade sich dieser Aufgabe annahm, wurde die Zeit genutzt der 1. und 2. Kompanie unseres 29ten ein wenig mehr Drill beizubringen.
Bereits am Donnerstag traf ich mit einigen Anderen Kameraden am Lagerplatz ein. Der Lange Anmarsch hatte doch dazu geführt, dass viele Straggler unterwegs waren. Wir nutzten die die Zeit ein kleines Lager zu errichten. Wir nutzten die relative Gelassenheit, freuten uns über jeden eintreffenden Kameraden und konnnten sogar ein Fass gutes deutsches Bier auftreiben. Alle erfreuten sich bester Laune. Als ich am nächsten morgen erwachte waberte Tiefstehender Nebel über das Feld. Bald schon sollte das Wetter umschlagen und uns zwei Tage und Nächte durchgehenden Regen bescheren. Am morgen wurde ich auserkoren mit den Männern ein wenig das Bajonett zu schwingen, auf dass sie ein jedem die Glieder ein wenig wärmer werden sollten. Kurz darauf drangen unsere Offiziere auch schon darauf Zu Drillen die Schule des Soldaten, Kompaniedrill und später am Tag auch Battalionsdrill wurde durchgeführt. Du wirst dich sicherlich fragen, warum wir dass mit uns machen ließen, nachdem wir erst vor kurzem ein wenig gezeigt haben, wofür ein Bajonett gut sein kann. Doch muss ich dier sagen, dass auch wenn dieser unsägliche Howard sicherlich kein gewinn für unsere Armee ist, sich durch Hookers Änderungen doch viel geändert hat. Allesamt sind unsere Offiziere ganz brave Leut, die doch sehr menschlich veranlagt sind, so dass wir gerne ihnen Folgen. Auch kamen den ganzen Tag über neue Mitglieder unseres Regimentes zu uns hinzu. Wir sind nun ein richtig bunter Haufen, fast alles welche aus der alten Heimat Europa. Vor allem natürlich Deutsche, aber auch Holländer, Belgier, Franzosen Engländer, Amerikaner und Spanier, die wohl einen langen Weg hinter sich haben. Am Freitag waren wir alle so geschaft, dass uns es kaum schwer viel in den Schlaf zu sinken, als das allzu vertraute Taps erklang. Acuh am Samstag war dass Wetter keinen Deut besser, doch trugen wir mit stolz unser Corps Abzeichen und drillten den ganzen Tag recht ordentlich, immerhin gaben die Offiziere uns den Abend 2 Fässer zu Verfügung und wir genossen diese. Ich will allerdings nicht verschweigen, dass unsere Lage nicht die beste war. Wir hatten kaum genug Zelte für alle, so dass einige in shelter tents schlafen mussten. Du kannst dir denken, dass das bei diesem Dauerregen nicht wirklich immer trocken blieb. Auch die essensrationen waren karg. Donnerstag und freitag gab es fast gar nichts und auch sonst nur Speck und elendige Krackers. Wenigstens wusste unser Bugler ganz anständig für uns zu kochen mit einigen Resten Szalfleisch, Kartoffeln und Bohnen. Doch all dies störte keineswegs unsere Moral. Vielmehr schalten Lieder durch den Himmel und vieleicht auch dank des ein oder anderen Tropfen Brandweins war die Laune doch immerzu gut. Auch war wohl sicher der Umstand, dass wir noich einmal Post erhielten der stimmung sehr zuträglich. Am Samstag machten wir zwischen all dem Drill eine kleine Wanderung die uns doch ganz gut gefiehl und die Füße belebte, auch wenn ich heute sagen muss, dass meine füße doch ein wenig aufgeweicht und matschig scheinen.
Wir hatten es ja schon geahnt, als am Sonntag Dann Packup gegeben wurde. Laut hallte the general durch die Luft, so dass wir alles zum Aufbruch bereiteten. Es gab noch eine kleine Dress parade ehe wir die Feuer löschten und aufbrachen. Wir sind nun einige Kilometer marschiert und wollen wohl heute noch weiter, weshalb ich den Brief hier enden lasse und zusehe, dass ich ihn noch abgeschickt bekomme Es geht wohl gegen Lee und seine Rebellen. Wir werden bei einem kleinen Ort namens Chancellorsville wohl unsere nächste Rast machen. Falls du auf Heimaturlaub geschickt wirst, so grüß meine Frau und die Familie. Wenn du Glück hast, dann ist dieser Krieg zu Ende, ehe du wieder genesen bist. Wir haben noch einige Photos machen lassen, ich will sehen, dass ich sie dir bald zukommen lasse.

Bis dahin verbleibe ich mit besten Wünschen,

dein Bruder,

Alexander


P.S.: Ich bin nun Korporal, am Ende sollte ich es doch zu etwas in dieser Armee bringen.