Home > Wir über uns > Grundsatz

Grundsatz


Unsere Grundsätze:


Die German-Mess wird eine eigene Lagerstraße machen, wenn es die Truppenstärke zuläßt.

Die German-Mess wird immer eine Einheit bleiben. Das heißt: Sollten Kompanien zusammengelegt werden, in Formation oder zu Outpost-Einsätzen, so bleiben die Männer der German Mess immer zusammen. Aus ihren Reihen werden keine Soldaten in andere Formationen gestellt und es werden auch keine Soldaten aus anderen Formationen in die Reihen der German-Mess gestellt. Das das so eingehalten wird, liegt in Verantwortung des Company-Officers und der NCO's der German-Mess.

Sollte die German Mess aufgrund der Truppenstärke nicht als Company auftreten können, so werden die Soldaten sich  als Platoon oder Squad zusammenbleiben, wie im vorherigen Punkt beschrieben.

Weibliche Darsteller haben die Möglichkeit, der German-Mess beizutreten, wenn sie die Mitglieder (und da hat jeder einzelne ein Vetorecht) so täuschen können, dass diese sie nicht als Frau erkennen. Diese Regelung wurde im Sinne der Authentizität eingeführt, da Frauen offiziell nicht in der Unionsarmee gedient haben und in Wirklichkeit, wenn überhaupt, eine Frau auf 10.000 Soldaten kam und nicht zwei auf fünfzehn!

Die militärische Etikette wird eingehalten, vom Wecken bis zum Retreat (Abendapell). Dies gilt nicht für Soldaten im Wachdienst, sollten sie am Abend aufziehen. Für sie gilt die Etikette im Sinne ihres Wachdienstes weiterhin.

Beim Betreten der Lagerstraße muß jeder Besucher den Sergeant oder seinen Vertreter um Erlaubnis fragen. Das gilt für jeden Soldaten und Zivilisten, ganz gleich welchen Rang er bekleidet. Somit wird gewährleistet, dass das Bild der Lagerstraße stets ein authentisches bleibt.

Des Tags über herrschen strenge Disziplin und der Dienstweg wird eingehalten.

Minderjährige sind in der German Mess jederzeit willkommen. Den Drill an der ungeladenen Waffe ( ab 16 Jahren) und die Darstellung im Camp, ob als Wache oder gemeiner Soldat, können sie ohne Einschränkung mitmachen. Ins Gefecht, mit geladener oder ungeladener Waffe, werden sie nicht mitgehen. Wünschenswert wäre es, sollten sie Musiker (Pfeifer und Trommler) darstellen wollen.

Munition: Munition wird in historischen Mengen an die Soldaten der German Mess ausgegeben. Das heißt 60-80 Schuß maximal. Sind die verschossen kann die Einheit nicht mehr eingesetzt werden, bzw. muss neu Munitioniert werden.

Gefechtsdarstellung: Die German Mess ist bedacht, eine möglichst authentische Gefechtsdarstellung abzuliefern. Das heißt, sollte sie auf zehn Meter an eine feindliche Linie herangeführt werden, so werden die Soldaten das Weite suchen. Stehen sie unter heftigem Feuer werden sie sehr viele Ausfälle haben und schon gar keine Selbstmord-Bajonettangriffe mehr durchführen. Die Gefechtsdistanz wird minimal auf fünfzig Meter beschränkt werden, da die Wirkung der Feindwaffen auf eine nähere Distanz zu verheerend wäre

Lagerdarstellung: Es gibt ein Feuer für alle Mitglieder der Mess. Keiner sondert sich ab, es bleiben auch hier alle zusammen. Durch kleine Einlagen wie Szenen aus Theaterstücken, Lieder singen und das Vortragen von Gedichten oder Literatur wird die Darstellung des Lagerlebens verfeinert. Daran soll jeder einzelne arbeiten.

Interessenten, die sich gerne der German Mess anschließen möchten, können jederzeit ein Mitglied ansprechen. Ihnen steht frei, für eine Veranstaltung in den Reihen der German Mess mitzumarschieren. Sie müssen aber dann für die ganze Veranstaltung in der German Mess bleiben und nicht abends ins Zelt einer anderen Lagerstraße zurückkehren. Dabei ist aber Voraussetzung, dass die Mindeststandards der Co. A eingehalten werden, z.b. keine modernen Schuhe, Brillen etc. Ihnen wird dann gezeigt, welchen Ausrüstungsstandard sie sich zulegen müssen, um weiterhin in der German Mess bleiben zu können und innerhalb eines Jahres muß ein Fortschritt sichtbar sein. Ob jemand in die Messgroup aufgenommen wird entscheidet die German Mess dann per demokratischer Abstimmung.

Oben stehendes ist von den Mitgliedern der German Mess besprochen und so per demokratischer Abstimmung verabschiedet worden.

Es muß noch gesagt sein, dass wir nichts Besseres sind und auch nicht sein wollen als alle Freunde, die dieses Hobby betreiben. Jedoch wollen wir einfach mehr ins Detail gehen. Es ist unsere Bestrebung, einen Zeitsprung zu vollziehen und dadurch den historischen Vorbildern so nah zu kommen, wie es der gesunde Menschenverstand erlaubt.
Zusätzlich zu den oben genannten Punkten gelten die im folgenden aufgezählten Statuten der German Mess:



Grundsätze zur Darstellung der German Mess


Ziel der German Mess ist es, eine militärische Einheit des ACW (1861-1865) darzustellen.
Deshalb kann es keine weiblichen Soldaten in dieser Gruppe geben.

Um ein ordentliches Bild einer sich im Felde befindenden Einheit abzugeben, findet ein Satz besondere Bedeutung: „Die Kunst liegt im weglassen.“
Dieses Wenige kann dann sinnvoll erworben oder hergestellt werden. Gerade Neulinge können so gleich vor unnötigen Ausgaben bewahrt werden.
Die folgende Liste enthält die Dinge die als Mindestanforderung für die German Mess gelten.
Für Leute, die dabei bleiben wollen gilt, sich von mainstream Ausrüstung und Uniformierung nach und nach auf gute authentische Sachen umzustellen.
Ausrüstung und Uniformen die diesen hohen Standard noch nicht erfüllen, können weiterhin benutzt werden.

Als allgemeine Regel gilt:
„Lieber etwas weglassen als unnötiges/falsches mit rum zu schleppen!“


Bekleidung generell: nur handgenähte Knopflöcher. Uniformteile sollten die korrekten Hand- und Maschinennähte haben, je nach Modell. (Beispiel, Ärmelfutter waren grundsätzlich per Hand and das Innenfutter der Jacken anstaffiert auch wenn die Jacke sonst fast ausschließlich mit der Maschine genäht war.)
Für Detailfragen empfehle ich dringend die Studie des Columbia Rifles Research Compendiums 2. Auflage (im weiteren CRRC2 genannt)!
Prinzipiell gilt: Schuylkill Arsenal Hosen, -Jacken, -Mäntel etc. können für alle Kriegsschauplätze zu allen Jahreszahlen benutzt werden ( Ausnahme dunkleblaue Hosen für 61/62). Schuylkill Kleidung war komplett handgenäht!!

I. Bekleidung

Jacke:
1. Sackcoat (vereinzelt auch Frockcoat oder Sheljacket) sack coats sollten aus dunkelblauem Wollflanell in Köperbindung sein, wenn sie gefüttert sind mit Wollflanell oder Jean Cloth in grau, braun oder hell blau, die Ärmel mit Baumwollmuselin. Details siehe CRRC2
2. Frock coats sollten aus Wolltuch gefertigt sein und die korrekten Details wiedergeben, siehe CRRC2
3. Shelljacket/State Jackets sollten ebenfalls im korrekten Schnitt und aus korrekten Materialien gefertigt sein

Kopfbedeckung:
issue hat: Feld-modifiziert( Krone eingedrückt oder mit Kniff) oder in Ausgabeform. Hut mit Messing etc. eher nein oder nur sporadisch und teilweise, z.B. Horn oder Adler an der Seite ( diese Hüte waren sehr verbreitet im Westen)
forage cap: correkte Konstruktion mit enstprechenden Paspeln etc. ( sehr verbreitet bei der Army of the Potomac AOP)
zivile Hüte: auch hier sollte die korrekte Form im Vordergrund stehen. Vergleicht original Bilder von Soldaten ansehen und orientiert euch daran

Hose:
Hellblaue Militärhose aus Kearsey (kein Kauberblau), Schnitt Schuylkill, J.T. Martin, Deering oder andere

Mantel:
Soweit vorhanden, hellblauer Greatcoat aus Kearsey(eigentlich nur von Okt. bis April)

Schuhe:
Brogans: Rahmengenäht oder maschinengenäht( im Osten bevorzugt) oder hand oder maschinenholzgenagelt ( sehr verbreitet im Westen; selten Stiefel , wenn dann aber nur in korrekter Form – keine NVA-Stiefel oder sonstiges falsches Schuhwerk.)

Halstuch:
Wenn getragen, nur aus Leinen, Baumwolle oder selten Seide. Keine bedruckten Tabak oder Schnupftücher oder dergleichen. Halstücher wurden aber eher selten getragen. Beachtet hier auch historische Fotos!!

Weste:
Wenn getragen, Militär- oder Zivilschnitt, für Privates eher Zivilschnitt!

Hemd:
regulation issue shirt: aus naturfarbenen domet flannel, handgenäht mit einem Knopf am Hals
contract issue shirt: grauer Wollflanell mit Knopfleiste evtl. auch Brusttasche, maschinengenäht
ziviles Baumwollhemd: korrekter Schnitt und korrekte Materialien. Handnaht Maschinennaht Mischung.
Issue shirts sind zivilen zu bevorzugen!! Es war sehr schwer im Feld Pakete aus der Heimat zu bekommen und Sutler Hemden waren sehr teuer. Dies gilt für alle Kleidungsstücke! Tragt was ausgegeben wurde!

Unterhose:
1.Issue drawers aus canton flannel, entweder maschinen oder handgenäht
2. zivile Unterhosen, korrekter Schnitt

Socken:
Wolle oder Baumwolle, maschinen oder handgestrickt. Acht geben auf die korrekte Form bzw. Strickart. Socken mit Rippbündchen bis zum Fuß waren sehr selten. Meistens hatten sie nur am Beinende ein Rippbündchen. Siehe Karin Timors Artikel in CRRC2!


II. Ausrüstung

Tornister:
Doublebag (falls noch nicht vorhanden eine Deckenrolle)

Lederzeug:
Koppel, Patronen- und Zündhütchentasche, Bajonetscabbard (Patronentasche kann an Koppel oder am Bandolier getragen werden, Messingembleme müssen nicht angebracht sein)
Hierbei ist auf die Modelle und die entsprechenden Ledersorten zu achten. Bajonettscheiden sollten eher die 2 Nieten Variante sein, da diese für einen längeren Zeitraum zu tragen sind. Das gleiche gilt für Patronentaschen. 1864er Modelle sind nicht empfehlenswert!

Haversack:
Wenn möglich, schwarz „geteert“. Darin sollten untergebracht werden, Dreitagerationen, Besteck, Teller, Becher.

Feldflasche:
Blechcanteen aus Weißblech, bevorzugt smoothside. Nur NY Depot canteens hatten eine Kette am Korken, ansonsten Hanfschnur. Bullseye canteens waren Philadelphia Depot Ausgaben, hatten somit keine Kette am Korken! (kein blauer Stoffüberzug, entweder grauer Jeancloth, zur Not blank. Keine blanke Edelstahlflasche, wenn Edelstahl, dann mit Überzug.

Gumblanket:
Kein Kunstleder, Fußbodenbelag oder ähnliches. Gum blanket sind bevorzugt da Ponchos im Hobby überrepräsentiert sind, wobei letztere aber akzeptabel sind, da sie entgegen der Regulations sowohl an berittene als auch an Fußtruppen ausgegeben wurden.

Shelter-Half:
Halbe Zeltplane, (eventuell zwei bis drei Häringe), kein Dreieck zum einknüpfen. Hierbei den Typ beachten, dreiteilig (früh) oder 2 teilig (späte Variante)

Decke(n):
Ein bis zwei Wolldecken in Köperbindung mit jeweils einem Streifen am Ende, Farbe grau mit schwarzem Streifen oder braun, graubraun etc. je nach Vorlage, handeingestickes „US“ in der Mitte, kein NVA / Rotkreuz oder so was in der Art.

III. Sonstiges

Patronen:
Die Patronen sollen nicht lose mitgeführt werden, sondern zu je 10 Stück plus 12 Zündhütchen in Munpäckchen verpackt werden. (Vorlagen hat Patrick) Wenn man die Patronen kalibergroß dreht (ein normaler Edding mit ca.14m Durchmesser reicht dafür aus), passen die Päckchen genau in die Blecheinsätze der Patronentasche. Normalerweise hatte jeder Soldat 80 Schuß mitzuführen, 40 in der Muntasche und 40 im Gepäck.

Geschirr:
Zeitgenössisches Geschirr (Becher, Teller, Besteck) ziviler oder militärischer Herkunft können verwendet werden. Kein Aluminium, Emaile oder Edelstahl! Teller sollten aus Weißblech sein, kein Zinn oder Holz!! Besteck aus Stahl oder Weißblech. Silberbesteck ist zwar günstig in korrekter Form zu bekommen, ist aber vom Material her völlig untypisch!
Tassen: entweder issue cups oder zivile Tassen (wurden von Sutlern verkauft) aus Weißblech!

Verpackungen:
Alle modernen Verpackungen müssen vor Beginn der Veranstaltung in zeitgemäße Verpackungen umgepackt werden, oder zumindest „blicksicher“ kaschiert werden. Keine modernen Labels oder Etiketten, entweder gar keine oder der Zeit entsprechende. Keine Flaschen mit Schraubverschluss, Kronkorken und modernen
Etiketten. Bierbüchsen, Tetra-Pack, PET-Flaschen schließen sich sowieso aus.
Bis auf ganz wenige Ausnahmen, wie Medikamente etc. ist völlig ohne moderne Verpackungen auszukommen, das geht wirklich!

Sehhilfen:
Es versteht sich von selbst, dass keine modernen Brillen getragen werden. Es gibt diverse Repliken von Gestellen, oder auch Originale, in die man sich Gläser seiner Stärke einsetzen lassen kann. Oder Kontaktlinsen.

Tabak:
Kautabak oder Pfeife! Tabak der Zeit entsprechend verpacken (Tabakbeutel). Keine Zigaretten! Zigarren und Zigarillos nur für Offiziere!

Kerzen:
Kerzen mit ggf. Messingkerzenhalter.
Keine Petroleumfunzeln oder Holzlaternen!,

Feldreinigung der Waffen:
Die Muskete sollen nach jedem Gefecht gereinigt und danach inspiziert werden. Während der Darstellung natürlich nur die Feldreinigung, d.h. keine modernen Hilfsmittel wie Scheuerschwämme, Klopapier, Sprayflaschen etc. verwenden. Anstatt dessen erzielt man mit ein paar Lappen, etwas Öl und Ziegelmehl genau so gute Ergebnisse und hat weniger zu tragen.

Unnötiges:
Handys, Feuerzeuge, Tempotaschentücher und andere „Futurekacke“ müssen nicht sein!
Und wenn es unbedingt sein muss, dann bitte so verpackt das man es weder sehen noch hören muss.

Schmuck:
Moderne Ringe, Ohrringe, Piercings sollten gar nicht oder verdeckt getragen werden.

Allgemeines:Co.D-Leute sollen im Stande sein, ihre komplette benötigte Ausrüstung beim Marsch zu tragen. Das heißt, nach Abbruch des Lagers bleibt nichts zurück. Im Idealfall marschiert man vom Parkplatz aus einfach feldmarschmäßig los.
Tornister/Deckenrolle und Brotbeutel bieten genug Raum um alle benötigten Dinge zu verstauen. Falls doch Überschüssiges vorhanden ist (Zusatzmunition, Nahrungsmittel bei längeren Veranstaltungen, usw.) kann das in einem A-Zelt in einer festen Lagerstraße oder im Auto gelagert werden.

Diese Auflistung und Hinweise dienen keineswegs dazu, Leute abzuschrecken, den Spaß zu verderben oder andere auszuschließen. Es gibt schließlich für jeden die Möglichkeit innerhalb der 17. Mo, die Art der Darstellung frei zu wählen die seiner persönlichen Einstellung am ehesten entspricht. Das Ganze ist viel mehr als Anhaltspunkt für Leute gedacht, die Freude daran haben, den Lebensumständen der damaligen Zeit so nah als möglich zu kommen. Steigerungsmöglichkeiten in der Qualität der Darstellung gibt es natürlich immer. Aber diese Mindeststandarts müssen bei der Co. D immer eingehalten werden.